Martin Greil „S.o.u.m.“
Martin Greil   „S.o.u.m.“

Diese erste Ausstellung im neuen Jahr 2015 ist auch eine Premiere! Zu erstmal präsentiert milK_ressort  eine Ausstellung, in deren eigentlichen Mittelpunkt der Sound und als begleitende Metapher eine Installation steht. Auch dafür eignet sich der fensterlose Raum im milK_ressort hervorragend.

Mit Martin Greil  haben wir einen Künstlerfreund gebeten  mit ….

„S.o.u.m.“ Sonic spheres & uncaptured memories, (late 70′s early 80′s) für diese Kunst(form) in das milK_ressort, eine tolle Vorgabe zu geben.

In der Soundinstallation „S.o.u.m.“ rekonstruiert lt.  M. Greil einen Geräuschteppich, welcher ihn zurück in seine Jugend führt. Eine Erinnerung einer idealen Schlafsituation. Geborgen, ohne Ängste oder Pflichten, damals trifft S.o.u.m. auf einen erfahrungserfüllten Menschen der Gegenwart. Ein Versuch, alles Wissen mit Ecken und Kanten der letzten dreißig Jahre wieder auf diesen einen Moment im Frühling der späten 70iger, Anfang 80iger zu reduzieren. „Wie klingt eine Erinnerung?“ Ist wohl die Kernfrage dieser Installation. Zugegeben sind Erinnerungen eines jungen Menschen eher zu sehr romantisiert beziehungsweise schön gezeichnet. Zufall oder Schicksal, das Glück zu haben, in einem behüteten Umfeld aufwachsen zu können spiegelt im ersten Hören eine heile schöne Welt. Doch gibt es jene wirklich? „Ist es möglich, dreißig Jahre später den gleichen Moment zu kreieren?“. Greil hinterlässt hier Spuren seiner Reise. Er reduziert Sound bzw. Ton zu einem möglichen Szenario seiner Vergangenheit. Hinterlässt aber unabdingbar einen Fingerabdruck seiner Erfahrungen im menschlichen Werdegang. Seine Erziehung, die Lehre und das Begreifen der umliegenden und fesselnden Verbindungen sozialer Strukturen, Politik, Medien und vieler mehr fließen unweigerlich in einzelnen Schichten zurück in die Installation. „Der Zuhörer bzw. Besucher ist unvermeidlich Teil der Ausstellung. Er belegt den Raum mit seinem Körper. Er verändert den Lauf des Schalls durch seine reine Präsenz, er verändert den perfekten Moment – oder ermöglicht er ihn?“. „Wie klang Regen in den Siebzigern?“ hinterfragt Greil. Er meint zu wissen, es habe viel mehr geregnet. Bei den Vorbereitungsarbeiten zur Ausstellung ergaben sich die letzten Frühlinge sehr wenige Möglichkeiten, jene acht Stunden in einem Stück zu recorden. „Hat sich die Erinnerung getäuscht? Es wird erforscht, ob jene Vergangenheit durch Klimawandel so wieder herstellbar ist“. Je mehr Greil in seiner Arbeit reduziert, je mehr findet er offene Stellen im Raum, welche ungehört dennoch Klang in seinem Kopf erzeugen. „Ob man findet*, wonach ich gesuchte habe, überlasse ich dem Zuhörer. Man sollte sich Zeit nehmen. Am besten acht Stunden. Darum steht ihm Raum ein Bett. Gute Nacht“ *eine Greil´sche  Soundprobe finden sie hier von den BIENEN VN_m.greil13.03.2015   M.Greil gästeBildschirmfoto 2015-04-08 um 10.02.56 Bildschirmfoto 2015-04-08 um 10.03.10 Bildschirmfoto 2015-04-08 um 10.03.30 Interessierte Stammgäste       KULTUR m.greil