
Eröffnung: Freitag, 25. September 2026 _ 19 Uhr
Dauer: 8. November 2026
Öffnungszeiten: jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr
Ausgehend von Bertold Brechts berühmtem Zitat aus seiner Dreigroschenoper setzt sich die aktuelle Ausstellung im milK-ressort mit den Folgen einer gesättigten Wohlstandsgesellschaft auseinander. Wenn nicht mehr nur das Überleben im Mittelpunkt steht, welche Werte, Haltungen und Formen des Zusammenlebens prägen unsere Gegenwart? Und wie spiegeln sich diese Veränderungen in Kunst und Kultur wider?
Günter Bucher, Christian Geismayr, HGFader, Markus Grabher, Wolfgang Herburger, Ewald Hotz, Guntram König, CHLingg, Daniel Nesensohn, Arno Popotnig, Marzella Rausch und Heinrich Salzmann gehen mit ihren Arbeiten ebendiesen Fragen nach und richten einen kritischen Blick auf eine Gesellschaft, in der Kultur zunehmend als Event wahrgenommen wird und Aufmerksamkeit oft wichtiger erscheint als Inhalt.
Zu sehen sind Zeichnungen, Malereien, Objekte und selbstverständlich vieles mehr. Es wird spektakulär!
hgf@26
Anmerkungen der Künstler:innen
„Wenn wohltemperierte Vernunftsvisionen das Ziel der Menschheit vorgeben, dann geschieht Ungeheuerliches: Der Alptraum verliert seinen Schrecken und die Realität wird monströs!“ Marzella Rausch
„Die Flut an digitaler Manipulation katapultiert den Verstand über die Vernunft und Moral hinaus. Eine Welt offline wird zur Utopie.“ Ewald Hotz
„‚Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer‘ ist der Titel einer Radierung von Goya. Ich habe oft darüber nachgedacht. Die Philosophie favorisiert den Begriff der Vernunft in einer wirklich atemberaubenden Strenge und bezeichnet ihn als ‚Logos‘. In Wahrheit sind wir von Gefühlen und Leidenschaften geprägte und auch versklavte Menschen. […] Die Vernunft ist in Wahrheit die Sklavin aller Gefühle, wie es der schottische Philosoph David Hume auch artikuliert hat.“ Christian Geismayr
„Das, was unsere Gedanken hervorbringt, dieses Etwas sei sehr fein, es sei ein Hauch, es sei Feuer, es sei die Essenz von allem, es sei auch ein flüchtiges Trugbild, es sei eine Zahl, es sei Harmonie, schließlich. Dem göttlichen Platon zufolge ist es die Verbindung des Selbst mit dem anderen. Aber, mein Freund, wie denkt ein Mensch, der die Grenzen zwischen gedankenlos und gewissenlos schon verwischt hat…?“ (Frei nach Giordano BRUNO* 1548-1600) HGFader
„Ich weiß nicht, ob Moral eine kulturelle Errungenschaft ist. Jedenfalls ist sie eine Voraussetzung für eine human gestaltete Gesellschaftsordnung. In einer Situation, wo überlebensnotwendige Bedürfnisse wie das Stillen des Hungers nicht mehr gesichert sind, ist nachvollziehbar, dass dem elementaren Lebenswillen so ziemlich alles untergeordnet wird. Dazu können durchaus auch moralische Grundsätze gehören, die als unumstößlich galten. Ich verstehe den Satz von Bert Brecht als Aufforderung an die Gesellschaft, für so viel Ausgleich zu sorgen, dass ethisch moralische Richtlinien das Zusammenleben bestimmen können.“ Heinrich Salzmann
